Im Verlag Nentwich-Lattner ist Anna Schoretits' Lyrik „Sanje i ufanja – Träume und Hoffnungen" erschienen. Sie ist zweisprachig und will – wie die Autorin einmal sagte – „eine behutsame Beschwörung der Sprachen sein", in und mit denen sie aufgewachsen ist. Sprachen, die „Schnee sind und wärmend die Saat neuen Lebens schützen", Sprachen, die sie spricht und träumt.

„daß sich
mein Garten öffne
und Heim werde
für vertriebene Falter
und
suchende Herzen..."

Es ist ein leises, aber unendlich schönes Buch, das da – nicht zuletzt durch die Illustrationen von Wolfgang Horvath und Hans Pauschenwein – entstanden ist. Ein Buch, mit dem Herzen gedacht und geschrieben, und ein Buch, das weit über das hinausgeht, was bisher als Lyrik der burgenländischen Kroaten galt. Denn da ist Gegenständlichkeit der Sprache und Integration, da weiß man nicht, was zuerst war – die kroatische oder die deutsche Fassung der Gedichte – denn da klingt Deutsch und Kroatisch die „Melodie meines Volkes" und läßt sich leiten

„vom steten Rhythmus
wie die Wogen des Meeres"
und ist Vermächtnis der Väter, die
„Wie Zugvögel einst
die Heimat verlassen
mit Liedern im Herzen –
und sie seither behütet
als Erbe zu dienen..."

Auszug aus dem Bericht der BF – Burgenländische Freiheit/Wochenzeitung, 25.11.1987


Anna Schoretits ist die Bewahrung der kroatischen Sprache ein großes Anliegen, deshalb auch die Zweisprachigkeit des Buches, die diesem eine Sonderstellung in der burgenländischen Literaturszene einräumt.
Bei der Präsentation des Bandes mit Lesung gratulierte als erster Burgschauspieler Rudolf Buczolich der Autorin Anna Schoretits.

BVZ – Burgenländische Volkszeitung, 2.12.1987, Auszug aus dem Bericht


Das Buch einer Dichterin

Kürzlich ist im Verlag Nentwich-Lattner der zweisprachige Lyrikband „Ravno-Geradeaus" der Zagersdorfer Dichterin – man kann ruhig bei dieser hochgestochenen Bezeichnung bleiben – Anna Schoretits erschienen. Es ist das zweite Buch der auch als Dramatikerin und Pflegerin des kroatischen Amateurtheaters in unserem Land Tätigen und es führt all das, was ihr Erstling versprach, in die Nähe der Erfüllung. Das Buch ist ein Gespräch mit sich selbst und ein Gespräch mit der Zeit und der Welt. Besinnung und Tiefes, Schlummerndes und Verschüttetes, Aufzeigen des Unrechts, dem die Schwachen – die Einzelnen und die Volksgruppen – noch immer ausgesetzt sind, und Aufruf zu Humanität.

Auszug aus BF – Die Burgenlandwoche, 4.1.1990


Sie bekleidet keine öffentliche Funktion. Gestaltet also weder im Landtag oder Parlament noch in irgend einem anderen politischen Gremium das Leben der kroatischen Volksgruppe unseres Landes mit: Ana Schoretits aus Zagersdorf. Dennoch steht sie, wie kaum eine andere, für den Lebenswillen der burgenländischen Kroaten, für den Reichtum und die Vielfalt ihrer Kultur und ihr Ringen um die geistige Identität. Ihre schriftstellerische Arbeit prägt das Kulturbild dieses Raumes. ... Denn in der Zweisprachigkeit ihres Dichtens nimmt sie die pannonische und mittelnde Mission dieses Raumes wieder auf. Ihre Bücher wurden so gültige Bestandteile der zeitgenössischen Literatur des Landes und wichtige Zeugnisse des multikulturellen Schaffens.

Auszug aus: Säule kroatischer Literatur, Profil der Woche in der BF, Burgenland-Woche, 27.5.1992


Erstpräsentation der Künstlermonographie „Elfriede Ettl – Spätlese" im ORF-Landesstudio Burgenland, 25.10.1993
Kommentar des damaligen Landeshauptmann-Stellvertreters Ing. Gerhard Jellasitz bei seiner Begrüßungsrede:

„Heute ist es zwei Frauen gelungen (Ettl und Schoretits), den Terminplan der gesamten Regierung durcheinanderzubringen."


Das Gespür der aus Zagersdorf stammenden Schriftstellerein Ana Schoretits für den Wert der Kunst von Sr. Elfriede Ettl erregt Bewunderung, wiewohl diesen Wert ja eigentlich jeder erkannt zu haben glaubt, wenn er diesen jetzt vorliegenden wunderbaren Band des Verlags Tyrolia studiert. Ernst gemacht hat damit allerdings die junge Burgenländerin, wofür ihr herzlich zu danken ist. ... Schoretits, längst als Lyrikerin bekannt, beschreibt mit einigen überaus gelungenen Gedichten ihren persönlichen Zugang zu den Bildern der Künstlerin, aber auch ihre Prosa ist griffig und wird dem Gegenstand der Beschreibung gerecht.

aus dem umfassenden Beitrag von Helmut Stefan Milletich in „Volk und Heimat", Zeitschrift des Volksbildungswerkes


Als eine Meisterin der „Beschränkung auf das Wesentliche" hat Weihbischof Dr. Christoph Schönborn die Eisenstädter Ordensfrau, Malerin und Kokoschka-Schülerin Sr. Elfriede Ettl gewürdigt. Der Bischofsvikar für Kunst und Kultur präsentierte im „Club Stephansplatz 4" in Anwesenheit der Künstlerin den zu ihrem 80. Geburtstag soeben im Tyorlia-Verlag erschienenen
Kunstband „Elfriede Ettl-Spätlese" von Ana Schoretits.
In dem Buch der angesehenen Journalistin und Schriftstellerin Ana Schoretits, die aus der kroatischen Gemeinde Cogrstof/Zagersdorf im nördlichen Burgenland stammt, erzählt Sr. Ettl „Kurzgeschichten mit dem Pinsel."

Auszug aus dem Beitrag in der Kathpress, Wien, 28.2.1994 (KAP)


aus dem darauffolgenden Brief des Chefredakteurs der Kathpreis, Erich Leitenberger:

Ich sag's noch einmal: es war wirklich die fröhlichste Veranstaltung, die wir jemals im „Club Stephansplatz 4" gehabt haben. Weiterhin viel Erfolg und herzlichen Grüße.


Die eingestreuten Gedichte passen durch ihre oft barock wirkende Rhetorik recht gut zur Welt dieser Bilder. Man muß der Herausgeberin Ana Schoretits das Kompliment machen, daß sie in ihren Beiträgen nicht nur Eigenständigkeit beweist, sondern auch Wesentliches über die von ihr bewunderte Künstlerin Elfriede Ettl aussagt.

Albert Janetschek in „Literarisches Österreich", Organ des Österr. Schriftstellerverbandes, 2/94


„Wort als Waffe" wählte die Burgenländerin Ana Schoretits als Thema ihres Vortrages. Sie empfindet es als erschreckend, wie das Arsenal der Sprache voll sei von den unterschiedlichsten Waffen. „Wir sind gerüstet für den verbalen Kampf, halten uns an die erforderlichen Waffenübungen. „Roma zurück nach Indien – vier Worte für vier Menschenleben." Für den Kampf sei der Mensch verbal gerüstet, für den Frieden aber nicht.

aus: Neue Kärtner Tageszeitung, 28./29.Mai 1995 – im Bericht über die 24. Internationale Schriftstellertagung in Fresach


Nicht nur von „wertlosen" Worten, sondern von gefährlichen sprach die burgenländische Kroatin Ana Schoretits in ihrem Vortrag. Nicht dem Wort als Ware, sondern dem Wort als Waffe galt ihre Aufmerksamkeit. Von humoristischen verbalen Hieben bis „Hu!"-Kraftausdrücken auf einem sprachlichen Schlachtfeld spannte sie den Bogen – den Mißbrauch des Wortes unterstreichen erschreckend Ereignisse von Oberwart bis Bosnien.

Karin Petutschnig in: Kleine Zeitung Kärnten, 28. Mai 1995 im Bericht über die 24. Internationale Schriftstellertagung in Fresach


„Handgemenge" , Tyolia Verlag Innsbruck, 1995
Das Buch beinhaltet moderne Gedichte, die sich mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer in ganz unterschiedlicher Weise, teils sehr einfühlsam, teils voller Wut und Aggression, auseinandersetzen... Umrahmt und unterteilt werden die einzelnen Abschnitte von Graphiken des Wiener Professors Ernst Degasperi, der sich als biblisch-prophetischer Künstler versteht. Sie spiegeln die Dynamik der Gedichte auf kleiner Fläche wider.

Dr. Christa Häfner in „Wegbegleiter", 1/96


Wohl eine Auseinandersetzung wird in der modernen westlichen Gesellschaft so zwiespältig geführt wie die Beschäftigung mit dem Thema „Sterben und Tod." Die Journalistin und Lyrikerin Ana Schoretits will mit ihren zugleich aufrüttelnden und empfindungsreichen Texten Ängste und Tabus abbauen und einen unverkrampften Umgang mit der eigenen Sterblichkeit ermöglichen.

Ankündigung der Buchhandlung Endalen, Stuttgart


In ihren Gedichten und einigen Prosatexten greift die Autorin ein Tabu-Thema unserer Gesellschaft auf: Sterben und Tod. Es sind Texte des Protests und des wilden Aufschreis, einer paradox scheinenden Hoffnung aufs Überleben, Texte der Trauer und des Abschieds. Dabei macht sie aber auch deutlich, was unzerstörbar ist am menschlichen Leben – sein Lieben, Denken, Wissen, das, was überlebt.

Ana Schoretits spricht uns direkt an, in einer Sprache, die betroffen macht, aufrüttelt und nachdenken läßt über die eigene Haltung dem Sterben gegenüber und irgendwo dringt Tröstliches durch, vermag eine gewisse Zuversicht zu wecken...

aus: Drehpunkt Familie, Nr. 1, Jänner 1996, Wien


Handgemenge – ein ungewöhnlicher Titel für ein außergewöhnliches Buch. Es geht nicht um Konflikte und Gewalt. Die Autorin will dem Thema Sterben und Tod näherrücken, sozusagen um diese Themen und mit ihnen geistig ringen und so zu einem anderen Umgang mit der eigenen Sterblichkeit ermutigen. Sie tut das ehrlich und unverkrampft, doch sehr behutsam und feinfühlig. Ihre lyrischen Texte sind kurz, die Sprache bildreich. Im Handgemenge, in der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, werden Ängste abgebaut, wird der Blick geschärft für die Kostbarkeit des Lebens, für die Spuren von „Bruder Tod" in unserem Leben, für die Hoffnung, die wir in uns tragen über den Tod hinaus... Wer sich auf das Thema Sterben und Tod einläßt, den wird dieses Buch nicht unberührt lassen.

aus: Stadt Gottes, Familienzeitschrift der Steyler Missionare, 3.11.1995


Von Anna zu Ana

Wie sehr das Weglassen eines kleinen „n" das Leben verändern kann, hat Ana Schoretits wohl nicht geahnt, als sie eines Morgens beschloß, ihren Namen umzuwandeln. Im Kroatischen gibt es keine Doppelkonsonanten und so sollte Ana künftig ihre kroatische Identität ausdrücken und der zweite Name Schoretits die österreichische.

Die Suche nach den eigenen Wurzeln beginnt. Passagen aus dem daraus entstandenen Tagebuch gehörten zu den einsprägsamen Texten der Lesung im Bierstindl.

... Auch in Tirol ist sie nicht unbekannt, inzwischen liest sie das fünftemal in Innsbruck und hat unter anderem Texte bei den Tiroler Verlagen Haymon und Tyrolia veröffentlicht. Minderheiten und Menschenrechte sind die großen Begriffe, die sich über Schoretits Lyrik stülpen lassen.

... Schoretits' Art, Themen aufzugreifen, ist direkt. Geradeaus äußert sie ihre Gedanken über Krieg, Politik, Zusammenleben der Völker, Identitätssuche und –verlust, aber auch Persönliches.

Engagement und Ernst schließt für Schoretits eines nicht aus: Lachen – für sie ein Grundelement des Lebens.

Sabine Strobl in Tiroler Tageszeitung, 25.1.1996, anläßlich der Lesung im Bierstindl für Amnesty International und Initiative Minderheiten


Ja sam Ana

Portrait: Ana Schoretits, Freie Schriftstellerin und Journalistin, Zagersdorf.

Amateur-Theater-Macherin

Wie aus der „Anna" eine „Ana" wurde ... ist eine – zumindest- witzige Geschichte. Gegen den Widerstand der Familie, Verleger, Briefträger, Druckfehlerteufel und den Geruch des Wiener Dialektes („Ana hot imma des Bummerl") hat sich Ana Schoretits mit der ihr eigenen Konsequenz der Widder-Geborenen durchgesetzt. „Geboren am Karfreitag 1952, bin ich nicht irgend-ana, sondern Ana."

... Seit 1970 hat das Amateurtheater von Zagersdorfg vor allem einen Namen: Ana Schoretits...

„Wenn ich Theater mache nur deshalb, damit die Kassa stimmt, würde ich mir wie eine Hure vorkommen. Und so abgedroschen das auch klingen mag: Theater im Dorf hat eindeutig einen Bildungsauftrag. Als der Vorhang nach dem „Alten Wolf" (Stari Vuk) fiel, dauerte es viele lange Sekunden – die Betroffenheit im Publikum war geradezu greifbar – bis der Applaus einsetzte und minutenlang nicht endete. Das ist die Bestätigung für unsere Arbeit, dann wissen wir, wo wir stehen."

... Aus dem burgenländischen Kulturbetrieb ist die durchsetzungsstarke und eloquente Originalzagersdorferin nicht mehr wegzudenken...

Auszug aus dem umfassenden Portrait von Thomas Vlassits in der BVZ – Bgld. Wochenzeitung, 8.5.1996


Der Friede ist anstrengend

Dieser Band stellt in jeder Hinsicht eine Besonderheit dar. Die Autorin versuchte mit den ausgewählten Texten an das Weihnachtsfest möglichst ohne Nostalgie und Kitsch, frei von Sentimentalität und Süße heranzugehen. Dies wird auch in der Gestaltung des Buches spürbar:

schlicht und wunderschön... Mit viel Einfühlungsvermögen zieht Ana Schoretits den Begriff „Frieden" gleichsam als Leitfaden von Kapitel zu Kapitel.

aus der BF – Burgenlandwoche, 6.11.1996


Die „festgeschnürte Seele"

Eigentlich gibt es für den Titel des neuesten Buches von Ana Schoretits „Zamotana duša" keine deutsche Übersetzung, die so unter die Haut geht, verletzt und weh tut, aber gleichzeitig so schön ist und wieder Hoffnung gibt, wie es der kroatische tut. Das Buch handelt von der „bandagierten Seele", wie die in Zagersdorf lebende Autorin den Titel bei der Buchpräsentation übersetzte. Genauer gesagt, es sind zwei Seelen, die von Liza und Dominik, deren langjährige Beziehung am Zerbrechen ist. Ana Schoretits spürt der Entwicklung der beiden Seelen in drei Teilen nach... und der dritte Teil, das „Niemandsland" ist die wunderbare Aussöhnung, gar nicht so sehr mit dem Partner, sondern einfach mit sich selbst.

Margit Fröhlich in BF – Burgenlandwoche, 21.10.1998, anläßlich der Präsentation im Literaturhaus Mattersburg

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